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Untergrund

Estrichsanierung:  Die  Kunst  des  Spachtelns  und  Grundierens  für  einen  perfekten  Untergrund

Ohne tragfähigen Estrich kein dauerhafter Boden. Wir zeigen, woran man einen sanierungsbedürftigen Estrich erkennt, welche Verfahren wir einsetzen — und was es kostet.

29. April 2026 · 6 Min Lesezeit · #Estrich#Sanierung#Untergrund#Vorbereitung

Warum der Estrich entscheidend ist

Der Estrich ist die Grundlage, auf der jeder Bodenbelag liegt. Ist er nicht eben, nicht trocken oder nicht fest, hat der schönste Parkettboden in zwei Jahren Risse, Knarren oder Schwund. Wir prüfen den Estrich vor jeder Verlegung — und sagen ehrlich, wenn vorher saniert werden muss.

Die typischen Estrich-Probleme

1. Risse

Risse entstehen, wenn der Estrich beim Trocknen zu schnell schwindet, ungenügend bewehrt ist oder die Heizung zu früh hochgefahren wurde. Kleine Haarrisse sind unkritisch, große Risse müssen mit Reaktionsharz verschlossen werden.

2. Restfeuchte

Frischer Zementestrich braucht 4 Wochen pro Zentimeter Dicke zum Trocknen — bei 5 cm also 5 Monate. Wer früher belegt, riskiert Quellschäden im Holzboden. Wir messen Restfeuchte mit dem CM-Gerät: unter 1,8 % CM bei Zementestrich, unter 0,3 % CM bei Anhydrit (Calciumsulfat).

3. Hohlstellen

Mit dem Schlaghammer kann man Hohlstellen heraushören — der Estrich ist dann nicht durchgängig mit dem Untergrund verbunden. Hohlstellen müssen ausgespritzt oder ausgehoben und neu hergestellt werden.

4. Unebenheiten

Auf 2 m Distanz darf ein Estrich maximal 4 mm Unebenheit haben (DIN 18202). In Altbauten messen wir oft 10 bis 20 mm — dann muss gespachtelt werden, bevor wir den Boden verlegen.

5. Verschmutzungen / Schäden vom Vornutzer

Klebstoff-Reste vom alten PVC, Putzspuren, Farbe vom Renovieren — alles muss runter, bevor neuer Belag draufkommt. Sonst hält keine moderne Klebung.

Unsere Sanierungs-Verfahren

Problem Verfahren Aufwand
Hohlstellen klein Reaktionsharz spritzen gering
Hohlstellen groß Estrich aufbrechen + neu hoch
Risse Verharzen + verkrallen mittel
Restfeuchte trocknen lassen oder Bautrockner Zeit
Unebenheiten bis 5 mm spachteln gering
Unebenheiten bis 30 mm Ausgleichsmasse mittel
Unebenheiten über 30 mm Trockenestrich-Aufbau hoch
Klebstoff-Reste abschleifen + grundieren mittel

Wann lohnt eine komplette Estrich-Erneuerung?

Eine komplette Erneuerung ist ein großer Eingriff: Der alte Estrich wird aufgebrochen, der Schutt entsorgt, neu gemischt, eingebracht und Wochen getrocknet. Kosten: 80–120 € pro m² nur für den Estrich.

Wir empfehlen das nur, wenn:

  • der Estrich großflächig hohl liegt
  • mehr als 30 mm Unebenheit auf Hauptachsen
  • Schimmel im Estrich nachgewiesen ist
  • die Bausubstanz darunter verändert wird (z.B. Fußbodenheizung neu)

In allen anderen Fällen ist eine Sanierung mit Spachteln, Ausgleichsmasse und Verharzen deutlich günstiger und vollkommen ausreichend.

Trockenestrich als Alternative

Bei großen Unebenheiten (Altbau-Holzbalkendecken) verlegen wir oft Trockenestrich-Platten statt Nass-Estrich. Vorteile:

  • keine Trocknungszeit — Boden kann sofort danach belegt werden
  • geringere Aufbauhöhe
  • weniger Gewicht — wichtig bei statisch heiklen Decken
  • saubere Baustelle

Nachteil: etwas geringere Tragfähigkeit als Zementestrich. Für Wohnräume und Praxen aber problemlos ausreichend.

Was kostet eine typische Sanierung?

Eine 80 m² Wohnung mit normalem Sanierungsbedarf kommt auf:

  • 80 m² Estrich-Reinigung und Spachtelarbeiten: 800–1.600 €
  • Verharzen größerer Risse (typisch 2–5 Stellen): 200–500 €
  • Hohlstellen-Auspritzen (typisch 1–3 m²): 150–400 €
  • Komplette Vorbereitung inklusive Grundierung für Klebung: 400–800 €

Insgesamt für eine vorbereitende Estrichsanierung 1.500–3.300 €. Plus die Verlegung des neuen Bodens.

Wie wir vorgehen

  1. Aufmaßtermin mit Restfeuchte-Messung (CM-Gerät), Ebenheitsprüfung (Wasserwaage 2 m), Hohlstellen-Test
  2. Schriftlicher Befund mit Fotos und konkreten Maßnahmen-Vorschlägen
  3. Festpreis-Angebot für Sanierung und Verlegung
  4. Sanierungsarbeiten in 1–3 Tagen, je nach Umfang
  5. Trocknungszeit abwarten (bei Spachtelmasse 24–48 Stunden, bei Ausgleichsmasse 2–7 Tage)
  6. Verlegung des neuen Bodens ohne Restrisiko

Unser Rat: nicht überspringen

Wir sehen oft, dass beim ersten Aufmaß der Wunsch im Raum steht „den Estrich machen wir später, jetzt erstmal verlegen". Das endet fast immer schlecht. Ein 80 € pro m² Parkett, der auf einem 5 mm welligen Estrich liegt, sieht in zwei Jahren aus wie 30 €. Andersherum kein Problem: Ein einfacher Boden auf perfektem Estrich hält Jahrzehnte.

Beim Aufmaß-Termin in Hohne, Celle, Wolfsburg, Gifhorn oder Hannover bringen wir die Messgeräte mit. Sie wissen nach 30 Minuten, was Ihr Estrich wirklich braucht.

Konkrete Frage zu Ihrem Boden?

Ich beantworte sie gern in einem kurzen Telefonat oder Termin.

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