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Innentüren

Innentüren  im  Altbau  –  worauf  sollte  man  achten?  Typische  Probleme  vermeiden

Im Altbau ist keine Tür im Standardmaß. Die Wand ist schief, die Zarge marode, die alten Beschläge wurmstichig. Was an Altbau-Türen funktioniert, was nicht — und wann eine Sanierung mehr Sinn macht als ein Neukauf.

27. April 2026 · 5 Min Lesezeit · #Innentüren#Altbau#Schreinerarbeit#Restaurierung

Altbau-Türen sind ein Universum für sich

In jedem Altbau, in dem wir arbeiten — von der Bauernkate in Hohne bis zur Stadtvilla in Celle — ist die Tür-Frage eigene Welt. Drei Probleme tauchen praktisch immer auf:

  1. Maße passen nicht — alte Türen waren oft 70, 75 oder 90 cm breit, die Zargen 200 cm hoch oder 210 cm. Heutige Standardmaße (DIN 18101) gibt es im Altbau selten.
  2. Zargen sitzen schief — über die Jahrzehnte hat sich das Mauerwerk gesetzt, die Zargen sind schief, der Türanschlag passt nicht mehr sauber.
  3. Alte Beschläge sind ein Schatz, aber kompliziert — schmiedeeiserne Bänder, Messing-Drücker, Profilzylinder gab es noch nicht.

Wir gehen die wichtigsten Entscheidungen durch.

Erhalten oder ersetzen?

Bevor Sie eine alte Tür austauschen, prüfen wir den Zustand:

  • Türblatt: massiv? Mehrlagig? Furnier intakt? Kassetten gebrochen oder ganz?
  • Zarge: geradesitzend? Holz noch tragfähig oder wurmstichig?
  • Schloss: Standard-Profilzylinder nachrüstbar oder museales Buntbart?
  • Bänder: schmiedeeisern (oft erhaltenswert!) oder marodes Eisen?

Eine massive Altbau-Tür mit kassettiertem Türblatt aus Eiche oder Lärche ist oft mehr wert als jede neue Tür. Wenn Sie restauriert werden kann, lohnt sich das fast immer.

Drei Wege bei Altbau-Türen

Weg 1: Erhalten und restaurieren

  • Türblatt abschleifen, kleine Schäden ausbessern
  • Original-Beschläge entrosten oder nachgießen lassen
  • Schloss auf Profilzylinder umrüsten (möglich in fast allen Fällen)
  • Neue Versiegelung — Naturöl, gewachst oder lasiert
  • Zarge prüfen, ggf. nachjustieren oder neu setzen
  • Aufwand: 4–8 h pro Tür, Kosten: 200–500 € — günstiger als jede neue Massivholztür

Weg 2: Türblatt erhalten, Zarge erneuern

  • Wenn die Zarge nicht mehr tragfähig ist: ausbauen, neu setzen
  • Türblatt einpassen — manchmal müssen Bänder versetzt werden
  • Anschlag und Schwelle anpassen
  • Aufwand: 6–10 h, Kosten: 300–700 €

Weg 3: Komplett neu

  • Neue Tür inklusive Zarge nach Maß bestellen
  • Sondermaße sind im Altbau die Regel — Standardgrößen passen selten
  • Bei historischen Räumen: Stiltür mit Kassetten oder Glasfeldern
  • Aufwand: 4–6 h Montage, Kosten: 600–1500 € pro Tür inkl. Material

Material für Altbau

Drei Materialien funktionieren im Altbau wirklich:

Massivholz: Die historisch korrekte Wahl. Eiche, Kiefer, Lärche je nach Region. Lebt mit dem Altbau, kann nachgeschliffen werden, hält Jahrzehnte. Nachteil: hoher Preis (1000–2500 € pro Stück).

Furniertür mit Massivholz-Stollen: günstigerer Kompromiss. Außen Echtholz-Furnier, innen Spanträger. Wirkt täuschend echt, hält 30 Jahre.

Stiltüren in MDF mit weißer Lackierung: wenn Sie modernen Altbau-Look wollen — kassettiert, weiß lackiert, klassisch. Bezahlbar, optisch wirkungsvoll, nicht restaurierbar.

Wir verlegen oft passend zum Boden — wer Eiche-Parkett legt, will Eiche-Türen oder weiße Stiltüren als bewussten Kontrast. Mehr zum Boden im Altbau in Parkett verlegen Altbau.

Schallschutz und Brandschutz

Zwei Punkte, die im Altbau oft vergessen werden:

Schallschutz: Alte Türen aus dünnem Massivholz dämmen schlecht. Wenn Schallschutz wichtig ist (Schlafzimmer, Büro), kommen schwere Furniertüren mit Mineralfaserkern in Frage. Schallschutzklasse 2 (32 dB) ist üblich, Klasse 3 (37 dB) für anspruchsvolle Fälle.

Brandschutz: In Mehrfamilienhäusern verlangt die Bauordnung oft brandhemmende Türen (T30) zu Treppenhäusern. Im Einfamilienhaus weniger relevant — wir prüfen die Anforderung im Einzelfall.

Beschläge — das Detail, das alles macht

Ein modernes Schloss hinter einer historischen Tür sieht falsch aus. Aber alte Schlösser sind oft nicht mehr sicher (Buntbart, simpel zu öffnen). Lösung:

  • Schloss innen modernisieren auf Profilzylinder — von außen unverändert
  • Drücker und Rosetten erhalten oder durch passende Repliken ersetzen (z.B. Karcher Design, Hewi)
  • Bänder wenn möglich erhalten — schmiedeeiserne Originale gibt es selten zu kaufen

Wir arbeiten in der Region oft mit Schreinern aus dem Wedemark-Raum zusammen, die schmiedeeiserne Bänder nach Maß restaurieren oder schmieden lassen.

Was Sie bei uns bekommen

Wir koordinieren bei Altbau-Türen die ganze Kette: Tür-Aufnahme, Material- und Stilberatung (siehe Glatte oder strukturierte Innentüren), Schreinerarbeit, Beschläge, Versiegelung, Einbau und Anpassung. Bei größeren Projekten arbeiten wir mit lokalen Schreinern zusammen, bei einzelnen Türen oft selbst.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre alten Türen erhaltenswert sind: Wir kommen vorbei, schauen sie an und sagen ehrlich, ob sich Restaurierung oder Neubau lohnt. In über 60 % der Altbau-Begehungen ist Restaurierung die bessere Wahl.

Konkrete Frage zu Ihrem Boden?

Ich beantworte sie gern in einem kurzen Telefonat oder Termin.

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